DER GOLDENE FLUSS
AUS DER VERGESSENEN QUELLE
Es war einmal ein Land das einst in hellem Licht erblühte.
In diesem Land floss ein Fluss, wie flüssiges Licht.
Es war kein gewöhnlicher Fluss. Er bestand nicht nur aus Wasser.
Was durch sein Bett strömte war Lebenskraft. Rein, leuchtend, pulsierend.
Er floss unter der Erde, durch die Adern der Bäume, durch die Herzen der Menschen und Tiere, durch den leisen Raum zwischen den Sternen.
Die Alten nannten ihn Anima,
Lebensstrom, Licht aus der Tiefe. Prana, Chi, Aluna, Aman.
Pure Lebensenergie.
( In unser Kultur haben wir keinen Namen mehr.)
Er schenkte allem, was es brauchte um am Leben zu sein.
Pflanzen wuchsen durch seine Nähe. Tiere fanden Ruhe an seinem Ufer
und Menschen konnten durch ihn fühlen, sich selbst erleben.
Sie nutzten seine leisen, weisen Ströme um einander zu Heilen.
Darum war dieser kosmische Fluss, aus dem Schoß der Erde geheiligt und gewürdigt.
Die Menschen lauschten seinem Rauschen in den Blättern der Bäume.
In den Quellen und Bächen.
Sie legten Mandalas aus Blüten auf die Erde, um ihn zu segnen.
Verbunden mit dem Atem des Waldes
verstanden sie die Sprache der heilenden Pflanzen.
Sie trugen Kristalle als Schlüssel zu dieser Kraft, die alles beseelte.
Die Mandorla - das heilige Tor - als Schoßraum vom Kosmos zur Erde
war Symbol ihres Wissens:
Vom Raum der Polarität, wo Gegensätze einander begegnen.
Verschmelzen zum Nullpunkt als Ursprung,
wo Leben entsteht und Heilung geschieht.
Dieses Wissen wurde allzu gefährlich.
Es kamen jene, um zu kontrollieren.
Die Machenschaften patriarchischer Strukturen erbauten,
Monotheistische Religionen und eine Zeitrechnung die bei 0 begann,
um alle Erinnerungen an die Weisheit der Ur-Natur in den Ruin der Vergessenheit zu treiben.
Sie bauten Mauern aus Angst, Maschinen aus Lärm, Gedanken aus Zement.
Die aber nicht vergessen wollten,
die Hüterinnen der Quelle und Töchter der Erde
mussten als „Hexen“ in ihrem geheiligten Feuer verbrennen
und mit dem Leben bezahlen.
Soldaten zerstörten alles Wissen,
rissen es mit Gewalt aus den Wurzeln ihrer Kultur.
Um eine neue Welt zu erschaffen.
Pillen aus Chemie, rigide Methoden und viel Technologie.
Die Heilerinnen die mit der Quelle strömten,
über ihren Schoß im Fluss verbunden,
ihre sprechenden Hände verstummten und auch ihre Lieder.
Ihre Mandalas wurden aus den Böden gewischt.
Die Kristalle vergraben.
Die Mandorla - verschlossen.
Und damit der Zugang zur Quelle der freien Lebensenergie.
Die Quelle selbst jedoch, konnten sie nicht töten.
Der Fluss hörte niemals auf zu fließen.
Er zog sich nur zurück, aus dem Bewusstsein der Menschen.
Tiefer in die Erde, tief in die Körper der Menschen.
Vergessen, verloren, ungeachtet, still und unbemerkt.
Manche spüren ihn in ihren Träumen.
Manche sehen ihn in ihren Visionen.
Andere in ihren Schmerzen.
Wieder andere in einem leisen Ruf, den sie meist nicht benennen können.
Und manche spüren sein Pulsieren heute noch in ihren Adern.
Sie fühlen ihn mit ihren Händen,
im Vertrauen in den heilsamen Fluss.
Vielleicht wenn du ganz still wirst,
unterhalb vom Lärm deiner lauten Gedanken,
tief unterhalb der höhnenden Töne
einer konditionierten Gesellschaft.
Wenn du deine Augen schließt,
wenn du tief in deinen Schoß atmest
magst du dich vielleicht erinnern:
Ein sanftes strömen.
Ein tiefes atmen,
ein pulsieren,
geborgen,
warm.
eines Flusses der dich nie vergessen hat.
Gib ihm sein GLITZERN und sein LEUCHTEN zurück.
In den Räumen deines Bewusstseins!
Lade ihn ein zu fließen,
durch deine Stimme,
durch deine Hände,
durch dein Herz,
durch dein SEIN.
Aho!